
Welche Formen von Online-Hass gibt es?
Kurz gesagt: Online-Hass ist kein einheitliches Phänomen, sondern ein Sammelbegriff für sehr unterschiedliche Angriffe — von der einzelnen Beleidigung über Bedrohungen, dem Veröffentlichen persönlicher Daten bis bis hin zu sexualisierten Deepfakes. Hier teilen wir eine Übersicht über die häufigsten Formen von Online-Hass.
Die zehn häufigsten Formen von Online-Hass
1. Beleidigung. Die Kundgabe von Missachtung gegenüber einer Person — vom Schimpfwort über die würdeverletzende Bildmontage bis zur ehrverletzenden Behauptung, die der betroffenen Person entgegengehalten wird. Ob die Äußerung die rechtliche Grenze zur Strafbarkeit überschreitet oder eine ablehnende Meinungsäußerung darstellt, entscheiden die Umstände des Einzelfalls, etwa Anlass, Kontext und Reichweite.
2. Üble Nachrede und Verleumdung. Hierhandelt es sich um Tatsachenbehauptungen (Aussagen, die dem Beweis zugänglich sind). Wer etwas Unwahres über eine Person verbreitet, kann sich der Üblen Nachrede strafbar machen, wer es wider besseres Wissen tut, der Verleumdung.
3. Bedrohung. Die Ankündigung einer Gewalttat gegen die Person oder ihre Angehörigen. Das ist — genauso wie eine Beleidigung — nicht nur im echten Leben strafbar, sondern auch im Netz.
4. Volksverhetzung. Volksverhetzung kann verschiedene Gesichter haben. Der häufigste Fall besteht im Aufstacheln zu Hass oder der Aufforderung zu Gewalt- und Willkürmaßnahmen gegen nationale, rassische, religiöse oder ethnische Gruppen sowie gegen Teile der Bevölkerung.
5. Doxxing. Hier geht es um das Veröffentlichen privater Daten — etwa Adresse, Arbeitgeber, Namen von Kindern — um die Person angreifbar zu machen.
6. Cyberstalking. Wiederholtes Nachstellen über digitale Kanäle: etwa Dauernachrichten trotz Aufforderung, diese zu unterlassen, neue Accounts nach jeder Blockierung, Überwachung per Stalkerware. Die betroffene Person wird mit digitalen Hilfsmitteln und Kommunikationsdiensten verfolgt, belästigt und überwacht.
7. Deepfakes. Mit KI erzeugte oder manipulierte Bilder, Videos oder Stimmen realer Personen. Wird eingesetzt, um Aussagen zu erfinden oder Menschen in sexualisierte Darstellungen zu montieren (Deepnudes).
8. Identitätsmissbrauch. Zum Beispiel: Fake-Profile im fremden Namen, gefälschte Zitatgrafiken, geklaute Fotos. Es kann aber auch noch weiter gehen: Wenn sich Kriminelle Zugriff auf persönliche Daten wie Name, Adresse, Geburtsdatum oder Bankverbindungen verschaffen, können sie Konten missbrauchen, Verträge im Namen eines Dritten abschließen und finanzielle Schäden verursachen.
9. Bildbasierte sexualisierte Gewalt. Unter diesen Begriff fallen verschiedene Formen der missbräuchlichen Verbreitung, Verwendung oder Beschaffung von fremdem Bildmaterial mit Hilfe von digitalen Technologien, zum Beispiel das Erstellen von Fotos in sensiblen Räumen wie Toiletten oder Umkleidekabinen.
10. Erpressung mit intimen Aufnahmen. Bekannt als Sextortion: Die Drohung, Nacktbilder oder intime Chats zu veröffentlichen, wenn eine Geldforderung nicht erfüllt oder weiteres Material geliefert wird (das dann eventuell erneut für weitere Erpressungen genutzt wird).
Diese Liste ist keinesfalls abschließend. Alle dieser Phänomene haben eins gemeinsam, wie die repräsentative Studie Lauter Hass – leiser Rückzug zeigt: Mehr als die Hälfte der Internetnutzer:innen zieht sich aus Angst vor Hass aus öffentlichen Diskussionen zurück. Frauen, queere Menschen und Menschen mit sichtbarer Migrationsgeschichte sind von diesen Straftaten überdurchschnittlich betroffen. Das haben auch wir als SO DONE bei unserer Arbeit immer wieder festgestellt.
Du bist von Online-Hass betroffen und suchst Hilfe? Dann melde dich jederzeit bei unserer spezialisierten Partnerkanzlei SO DONE legal — der Kanzlei für dein Recht im Netz.